Challenge – Gesammelte Schätze (Update #1)


 Jänner-Schätze

Challengeveranstalter: Horrorbienes und Steppenwolfs Buchbesprechungen

(Auf dem Blog der Veranstalter findet ihr weitere tolle Buchzitate. Es lohnt sich also, auch dort mal vorbeizuschauen! :) )

 

Linda’s Schätze

Buchtitel: Stille Nacht (Anthologie)

Herausgeber: Tanja Heitmann

Kurzgeschichte: Das Herz in der Dunkelheit

Autor: Gesa Schwartz

 

Seite 43:

Bücher waren für sie alles andere als ein Versteck oder eine Flucht. Sie waren schon immer ein Trost gewesen, ein Atemholen und ein Fall in die eigene Dunkelheit, um am Ende reich und verwandelt in die äußere Welt zurückzukehren. Und jedes Mal, wenn Sophie eine solche Reise beendet hatte, stellte sie fest, dass sich auch die Welt um sie herum wie von Zauberhand verändert hatte. Bücher waren Werke der Magie, das stand für sie außer Zweifel.

 

Seite 47:

Sie hörte nur den Ton, der auf einmal durch die Dunkelheit drang, dieses Stöhnen, das wie ein Schmerzenslaut war, und sie meinte, in der Finsternis jemanden sehen zu können, eine große Gestalt, von Schatten umtost, die den Kopf in den Händen verbarg. Verzweiflung lag in diesem Bild, eine stumme, haltlose Einsamkeit, die Sophies Furcht mit sich riss wie ein tobendes Meer.

 

Seite 51:

„Ich lebte nicht immer so wie jetzt. Einst war ich ein Teil jener Helligkeit, die ich nun begehre, und auch, wenn ich niemals wieder in ihrem Glanz leben werde, auch, wenn ich sie bisweilen verachte und die Schatten umso stärker liebe, so fehlt sie mir doch – die Wärme auf meinem Gesicht, wenn ich in die erleuchteten Fenster der Menschen schaue, der Schein des Mondes auf meiner Haut und die Sternenfunken, die sich auf den Wellen des Flusses brechen, als wären sie tanzenden Feen. Ich stehe in der Dunkelheit und richte meinen Blick hinauf zu den Sternen, und dann fühle ich eines ganz deutlich: Manchmal ist es besser, aus den Schatten ins Licht zu schauen, als in seinem Glanz zu verbrennen. Denn die Welt dort oben ist voller Zauber, auch wenn die Menschen ihn nicht mehr sehen, und die Dunkelheit schärft den Blick für jedes Wunder.“

 

Seite 56:

Und noch während die Schatten in seinen Augen sich zu mattem Schwarz verklärten, schmolz die Fratze des Dämons von seinen Zügen. Es war, als würde er eine Maske abstreifen, und auch, wenn darunter noch immer die Teufelshörner lagen, die vernarbte Haut und die dämonenhaften Züge, so nahm Sophie sie dennoch kaum mehr wahr. Sie sah das Bild Askadons, das seine Stimme in ihr gezeichnet hatte, und als er sich die Kapuze seines Umhangs über den Kopf zog und vor ihr zurückwich, da wusste sie, dass sie ihn verwundet hatte bis ins Mark.

 

Seite 57:

Die ganze Zeit über hatte sie sich ausgemalt, wer Askadon sein mochte, hatte sich Bilder zusammengeträumt und sich Geschichten ausgedacht, doch nun, da sie ihn gesehen hatte, nun, da sie endlich nicht nur fühlte, sondern wusste, dass er kein Mensch war – da erschien ihr diese Tatsache so nebensächlich wie ein Regenschauer im Frühling.

 

 

Andrea’s Schätze

Buchtitel: Die Feder folgt dem Wind

Autor: Kerstin Groeper

 

Seite 35:

Verstummt war das Gelächter der Frauen und Kinder, verhallt der Klang der Trommel, erloschen die Wärme der Feuer. Alles erschien wie gelähmt, erstarrt in der klirrenden Kälte des Winters und den trauernden Seelen der Überlebenden.

 

 

Buchtitel: Wintercount – Dämmerung über dem Land der Sioux

Autor: Dallas Chief Eagle

 

Seite 9:

Einst, da flüsterten die Wälder noch die Sprache der Natur, und die Tiere spielten im ungestörten Reich des Grüns. Dort umschmeichelte uns der klagende Ruf der Liebesflöte und Trommeln vibrierten an den Plätzen der Espen, tanzende Kinder mit schwarzem Haar lachten und sangen, und man hörte ihre Stimmen über das Rauschen der schäumenden Flüsse.

 

Seite 281:

Das Licht seiner Augen erlosch, sein schwerer Atem wurde leicht und brach ab, und ein kleines Lächeln der Dankbarkeit lag auf seinen Zügen, als die erfrorene Gestalt vorneüber in den Schnee fiel.

 

 

Petra’s Schätze

Buchtitel: Wie ein Flügelschlag

Autor: Jutta Wilke

 

Seite 133:

Ich schwamm, und die Fragen vielen von mir ab wie lästiger Staub, der vom Wasser fortgetragen wurde. Ich tauchte den Kopf ins Wasser und konnte endlich wieder atmen. Viel zu lange hatte ich die Luft angehalten. Bahn für Bahn legte ich zurück und spürte, wie ich dabei immer leichter wurde. Das Wasser trug mich, wie es mich immer getragen hatte.

 

Seite 142:

Wieder einmal sehnte ich mich danach, mit ihr reden zu können, so wie ich mir vorstellte, dass Mütter und Töchter miteinander redeten. Aber wir konnten es nicht. Hatten es noch nie gekonnt. Zwischen uns standen so viele unausgesprochene Sätze, die zu Wänden geworden waren.

 

Seite 144:

Ich kannte nicht mal seinen Namen. Vielleicht macht es das Vergessen leichter, wenn die Erinnerung keinen Namen hat.

 

 

Buchtitel: Schwarze Blumen

Autor: Steve Mosby

 

Seite 31:

Mein Vater konnte gar nicht anders als schreiben, und Schriftsteller brauchen Leser. Es ist eine Partnerschaft, und auch wenn sie auf den ersten Blick ungleich erscheint, ist sie in Wahrheit genau das. Nur weil eine Person sich damit zufriedengibt zuzuhören, heißt das nicht, dass die andere – der Sprecher – nicht auf sie angewiesen wäre, um dem Ganzen einen Sinn zu geben. Liebe kann genau so sein.

 

Seite 53:

Bevor Cartwright geboren wurde, hatte er als etwas anderes existiert. Die Marterie, die sich später zu einer Person zusammenfügte, war sozusagen verstreut gewesen, und es war reiner Zufall, dass sie sich in einer Lebensform zusammengeballt hatte, die in der Lage war, dies zu begreifen. Die Atome seines Körpers waren wie eine Menschenmenge, die für eine kurze Weile in einen Raum beordert wurde. Nach seinem Tod würde diese Menge sich zerstreuen und auf andere Orte verteilen. Das galt für jede Lebensform. Das Spiel des Universums, das mit den Händen Gebilde erschuf.

 

Seite 135:

In der Fernde drohte die Sonne aufzugehen, ein gelber Kranz, der hinter den Bäumen schon den Horizont wärmte. Draußen auf den Wiesen würden bald Lichtstrahlen über die Gräser streichen, bis die Welt Feuer fing.

 

 

Tina’s Schätze

Buchtitel: Killing for Love

Autor: Beverly Barton

 

Seite 99:

“Machte sich Sheriff Birkett – derselbe Mann, für den sie nur knapp mehr Wert besaß als Teichschlick – tatsächlich Sorgen um sie?”

 

Seite 131:

“Ich danke dir, Jesus. Vielleicht habe ich so viel Glück nicht verdient, aber deshalb danke ich dir umso mehr dafür!”

 

Seite 328:

“Meine Tochter wünscht, dass ich Dir sage, dass ich scharf auf Dich bin.”

 

 

Buchtitel: Operation Heartbreaker: Für immer Blue

Autor: Suzanne Brockmann

 

Seite 125:

“Obwohl es nur ein Gespräch über das Funkgerät war, unterstrich Luca ihre Worte mit ausladenen Handbewegungen, Schulterzucken und Lächeln. Wieder traf es ihn wie der Blitz, wie wunderschön sie war.”

 

Seite 199:

“Noch seltsamer fand er die Tatsache, dass sie in der vergangenen Nacht fantastischen Sex gehabt hatten und Lucy an diesem Morgen irgendwie immer noch seine Freundin war.”

 

Seite 211:

“Ihre Blicke hielten einander fest und Blue spürte, wie er in den Strudel einer wilden, rasenden, erotischen Macht geriet, was sogar das Gefühl übertraf, als er aus extremer Höhe mit dem Fallschirm in den freien Fall gesprungen war.”

 

 

Alex’s Schätze

Buchtitel: Miss Emergency – Hilfe, ich bin Arzt

Autor: Antonia Rothe-Liermann

 

Seite 7:

Niemand macht sich eine Vorstellung, wie schwierig die Entscheidung der Kittelgröße tatsächlich ist. Zu lang und man wirkt wie eine Litfaßsäule, denn die platten Gummischuhe verwandeln jede noch so schlanke Wade in unattraktive Elefantenstampfer. Zu kurz und man erweckt den Eindruck, man hätte lieber Krankenschwester werden wollen – in einer pornoverdorbenen Unterhemdenträger-Fantasie.

 

Seite 7:

Anfangs klang die Bemerkung noch wie: „Sie sind die Sonne meines Tages – was immer sie hier falsch machen werden, werde ich wohlwollend übersehen, denn Sie sind die Angelina Jolie meines Krankenhauses, auf deren Erscheinen ich jahrelang gewartet habe.

 

Seite 54:

Trostlose Blumensträuße verblassen angesichts der schrillen Farben der Eimer, in denen sie ertrinken. Darüber hängen Grußkarten mit Texten, die jeden Genesenden in seinem Heilungsprozess bedrohlich weit zurückwerfen müssten (Ein Igel schleppt einen Blumenstrauß und tönt: „Eine Spritze ist auch nur ein Piks.“)

 

 

Erster Post vom 25. Jänner 2012: Challenge-Vorstellung

 

 

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