BuchReview – Teufelsmond von Ines Thorn


Teufelsmond

von Ines Thorn

Reihe: -
Originaltitel: -
Genre: Historischer Roman
Verlag: Wunderlich
Erscheinungsdatum: März 2012
Seitenanzahl: 384 Seiten GB
Preis: € 16,95

 

 

 

 

Inhalt

Ausgerechnet während der Raunächte, der Zeit der Toten und der Geister, wird Pater Fürchtegott zum Exorzisten berufen. Im Knüllwald sollen Nachzehrer ihr Unwesen treiben. Unterwegs schließt das kluge Mädchen Karla sich ihm an. Sie hat ihren kleinen Weiler verlassen, auf der Flucht vor einer Heirat wider Willen. In Alwerode trifft das ungleiche Gespann auf eine eingeschworene Dorfgemeinschaft, die mit dem Finger auf die Michelsmühle zeigt: Dort soll das Böse hausen; die Müller hätten die Ernte verhexte, trieben Unzucht mit dem Teufel. Dann sterben immer mehr Mitglieder der Familie einen plötzlichen und unerklärlichen Tod, geschüttelt von Krämpfen, wie vom Satan besessen. Karla und Fürchtegott wissen nicht mehr, was sie glauben sollen. Wandeln die Michelsmüller wirklich nachts als Nachzehrer über den Friedhof, oder hat der Hass der Dorfbewohner Gründe, die schlimmer sind als der Teufel?


Einschätzung

Ich habe das Buch unter dem Aspekt gekauft, einen historischen Roman zu erhalten, in dem Aberglaube und Legenden eine große Rolle spielen – und genau das habe ich auch bekommen. Die Dorfgemeinschaft des kleinen Örtchens Alwerode sieht hinter jeder Naturkatastrophe einen Fluch und in jeder Krankheit ein Bündnis, das die Michelsmüller mit dem Teufel eingegangen sein sollen. Überdies sind sie wahre Meister darin, die Angst zu schüren und sie für ihre Zwecke zu nutzen. Während der Zeit der Raunächte stranden Klara und Pater Fürchtegott (welch ein Name für einen Mönch?!) in dem abgeschiedenen Dörfchen, das sich sogleich in der Pfarrersköchin Else von seiner abergläubischen Seite zeigt. Doch der Exorzist und seine Gehilfin geben nichts auf Klatsch und Tratsch. Sie wollen sich eine eigene Meinung bilden und begreifen bald, dass hinter den Anschuldigungen niedrige Beweggründe stecken. Obwohl dieses Buch nicht den Hexenwahn behandelt, erkennt man ohne Probleme die Handschrift der Inquisition. Streit, Eifersucht, verschmähte Liebe – alles Gründe, um einen unliebsamen Menschen der Ketzerei zu bezichtigen und ihn vor den Richter zu schleppen. Dieser ließ sich gerne zum Werkzeug machen, folgte er doch meist selbst einem unlauteren Weg, an dessen Ende reiche Belohnung in Form von Geld oder Landbesitz wartete.  Und genau das kommt in diesem Roman auf bemerkenswerte Weise zum Ausdruck.

Klara hat absolut keine Lust, sich mit ihrem Schicksal als Frau des Schmiedsohns Leberecht abzufinden. Sie fasst all ihren Mut zusammen, verlässt ihren Weiler und schließt sich Pater Fürchtegott an. Ein ums andere Mal steht sie ihm mit ihrer Klugheit hilfreich zur Seite, durchschaut die Niedertracht, aber auch die Borniertheit der Dorfgemeinschaft, während sie zur Müllersfamilie eine innige Verbundenheit spürt.

Pater Fürchtegott ist ein Exorzist, wie er nicht im Buche steht. Er lässt sich niemals blenden, sucht stets nach der Wahrheit und beweist mehrfach gesunden Menschenverstand.

Die Nebencharaktere – und von denen gibt es eine ganze Menge – werden von einer bunten Vielfalt bestritten. Ob es sich um den Pfarrer handelt, der sich vorsichtshalber in seinem Bett verschanzt und wartet, bis Pater Fürchtegott den Kampf gegen die Mächte des Bösen (was immer damit auch gemeint sein mag?!) gewonnen hat. Oder ob die Dorfbewohner gemeint sind, die jeder für sich ein Unikum darstellen. Und dann sind da noch die Michelsmüller, denen unumwunden die Sympathien des Lesers zufliegen. Der junge Michelsmüller – auch „der schwarze Jo“ genannt – erst in die Rolle des Bösewichts gedrängt, später als romantischer Liebhaber auserkoren, bleibt trotz allem leider etwas farblos und wenig interessant.

Ines Thorn hat mit ihrem Roman ein Werk geschaffen, das dem Leser durch bildhafte Beschreibungen und authentische Dialoge eine Reise ins Mittelalter ermöglicht. Außerdem besitzt die Autorin einen angenehm zu lesenden Schreibstil, der durch seine Leichtigkeit besticht.

Das Cover von Wunderlich zeigt eine junge Frau in einem roten Samtkleid, in deren Blick sich Unschuld und Klugheit vereinen. In der Ferne erkennt man die Umrisse einer Windmühle, die sich düster vom blauschwarzen Nachthimmel abhebt. Aufgelockert wird das Bild von goldenen Ranken, die dem Buch einen edlen Touch verleihen.


Fazit

Historischer Roman mit mystischen Elementen, der auf eindrucksvolle Weise den Charakter der damaligen Zeit widerspiegelt. Dafür gibt es von mir 4 von 5 Punkten! (LK)

 


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