BuchReview – Wolfswinter von Christina Döhlings


Wolfswinter

von Christina Döhlings

Reihe: -
Originaltitel: -
Genre: Historischer Roman
Verlag: Emons
Erscheinungsdatum: April 2012
Seitenanzahl: 287 Seiten TB
Preis: € 11,90

 

 

 

Inhalt

„Ein Wolf geht um!“, rief eine raue Männerstimme vor der Tür. „Der Büttel von Kleinenbroich war hier. Hat ´n Toten gegeben!“
„Holt eure Kinder rein!“, forderte eine andere Stimme. „Schließt Ställe und Türen!“

Unaussprechlich Böses ereignet sich in den verschneiten Waldgebieten nahe Neuss. Leichen werden gefunden – die grausam zugerichteten Körper lassen darauf schließen, dass sie einem Wolfsangriff zum Opfer fielen. Als der Geselle des Schmieds vermisst wird, machen sich die drei Freunde Augustin Jordis, Rutger Jansen und Hennes Kreitfisch auf den Weg, um ihn zu suchen. Was sie am Ende finden, ist gefährlicher, als ein gewöhnlicher Wolf es jemals sein könnte …


Einschätzung

Ich habe mir den Roman zugelegt, weil ich eine Schwäche für historische Geschichten habe, die eng mit Mythen und Legenden verwoben sind, sowie vom Aberglauben der damaligen Zeit erzählen. In diesem Buch geht es weniger darum, als vielmehr um einen Krimi aus dem Mittelalter – was meinem Lesegeschmack durchaus entgegenkommt. Die Geschichte beginnt eher zaghaft, erzählt von übel zugerichteten Leichenfunden, vom Verschwinden eines Gesellen und wie sich drei ungleiche Freunde – ein Weinhändler, ein Schuster und ein Barbier – auf den Weg machen, um diesen zu suchen. Dabei kommen sie durch viele Dörfer und Städte, begegnen den unterschiedlichsten Menschen, haben vielerlei Abenteuer zu bestehen.

Augustin Jordis ist ein Weinhändler aus Neuss, der vor allem durch sein Äußeres hervorsticht. Er trägt mit Vorliebe bunte Kleidung und das trotz seines Buckels, der so manch anderen dazu veranlasst hätte, sich dezent zu kleiden, um nur ja nicht aufzufallen. Nicht so Jordis! Außerdem besticht er durch seinen messerscharfen Verstand und es gelingt ihm mehr als einmal, die Spuren richtig zu lesen und ein Rätsel nach dem anderen schneller zu lösen, als den Verantwortlichen.

Rutger Jansen ist ein Schuster aus Neuss, der zwar ein Bein, jedoch nicht seinen Humor verloren hat. Als Ehemann und Vater von zwölf Kindern eine gewichtige Eigenschaft, wie ich meine ;-) Trotz seiner Behinderung lässt er sich niemals einschüchtern und kämpft mit einer Leidenschaft gegen das Böse, die vorbildlich ist.

Hennes Kreitfisch ist ein Barbier aus Neuss, bei dem allein die Statur bereits einschüchternd wirkt. Im Grunde seines Herzens ein sanftmütiger Kerl, kennt er keine Gnade, wenn es darum geht, seinen Freunden zu helfen oder für das Richtige einzustehen.

In dem Roman gibt es noch dutzende Nebencharaktere, die aufgrund ihrer Kauzigkeit und Authentizität durchaus erwähnenswert wären. Der Autorin ist es meisterlich gelungen, Figuren zum Leben zu erwecken, die damals gelebt haben könnten. Nichts Romantisches haftet ihnen an, sondern einzig und allein das pure Leben, wie es damals gewesen sein muss.

Ich bin davon überzeugt, dass Christina Döhlings perfekt recherchiert hat. Das lässt sich einwandfrei an der Skizzierung der Charaktere, am Abriss der Umgebung, sowie an den Dialogen festmachen. Leider hat die Autorin es nicht geschafft, mich auf emotionaler Ebene zu erreichen. Obwohl der Geschichte zweifelsohne großes Potential innewohnt, wird es nie richtig spannend. Und auch wenn die Frage, welch grausamer Mörder in Neuss umgeht, den Leser beschäftigt, plätschert die Handlung mehr oder weniger vor sich hin. Vermutlich hätte dem Roman eine Liebesgeschichte gut getan. Oder zumindest die Möglichkeit, die Story aus der Sicht der Opfer zu erleben. Ihre Gedanken zu kennen, ihre Ängste zu spüren, ihre Hoffnungen mitzutragen. Eventuell hätte diese Sichtweise ein wenig mehr Tragik in das Geschehen gebracht und den Leser dazu animiert, eine persönliche Bindung zu den Menschen aufzubauen, die man so lediglich als Opfer kennenlernen darf.

Das Cover von Emons zeigt das etwas trostlose Bild eines mittelalterlichen Burgturms. Unmittelbar daneben streckt ein Baum seine kahlen Äste dem winterlichen Himmel entgegen, an dem der Mond bereits in silberkaltem Licht erstrahlt. Ein stimmungsvolles Cover – passend zur Düsternis des Romans.


Fazit

Atmosphärisch dicht und ungemein bildstark, ist es der Autorin leider nicht gelungen, mich mit ihrer Story auf emotionaler Ebene zu erreichen. Dafür gibt es von mir 3 von 5 Punkten! (LK)

 


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