BuchReview – Wie ein Flügelschlag von Jutta Wilke
Wie ein Flügelschlag
von Jutta Wilke
Reihe: –
Originaltitel: –
Genre: Young Adult
Verlag: Coppenrath Verlag
Erscheinungsdatum: Jänner 2012
Seitenanzahl: 282 Seiten TB
Preis: 14,95 €
Inhalt
Jana lebt für diese Augenblicke: Wenn sie ins Schwimmbecken steigt, fühlt sie sich frei. Im Wasser ist sie in ihrem Element, nichts anderes zählt mehr, nur das Atmen, der Schlag ihres Herzens und die Bewegungen ihres Körpers, bis ihr Flügel wachsen und sie der Freiheit entgegenfliegt.
Mit dem Erhalt des Stipendiums für ein renommiertes Sportgymnasium geht ein großer Traum für die Sechzehnjährige in Erfüllung. Endlich kann Jana von zu Hause ausziehen, ihre klammernde Mutter hinter sich lassen und das tun, was sie am besten kann: schwimmen. Um diesen Traum zu leben, sieht sie auch großzügig darüber hinweg, von den anderen Mitschülern mehr schlecht als recht geduldet zu werden.
Nur eine der Mitschülerinnen freundet sich mit Jana an: Ausgerechnet Melanie, ein sehr beliebtes Mädchen und die Einzige, die es mit Jana im Schwimmbecken aufnehmen kann. Beide sehen sich dennoch nicht als Konkurrentinnen. Jana schwimmt nicht für Erfolg und Ruhm. Sie schwimmt, weil es das Einzige ist, was sie dem Wunsch nach Freiheit näher bringt. Schwimmen ist ihre Leidenschaft. Und Melanie scheint genauso zu denken. Doch plötzlich verändern sich die Dinge, nichts ist mehr so, wie es scheint und als Melanies Leiche gefunden wird, wird aus einem Traum ein Albtraum …
Einschätzung
Zwanzig Seiten. Mehr habe ich nicht gebraucht, um zu wissen, dass ich ein 5 von 5 Punkten Buch in Händen halte. Ab der Mitte war klar, dass ich auch noch ein Amazing für den Keeperstatus oben drauflegen werde. Jutta Wilke hat mit „Flügelschlag“ ein wahrlich fantastisches Jugendbuch gezaubert, das alles vereint, was ich mir von dem Genre „Young Adult“ erwarte: Eine tolle, starke und liebenswerte Hauptfigur; viele Irrungen, Wirrungen und Wendungen; nervenaufreibende Spannung, dazu ein gut durchdachter Crime-Plot und eine zarte Liebesgeschichte.
Mit Jana Schwarzer wird uns eine Heldin vorgestellt, die es in ihrem bisherigen Leben nicht gerade leicht hatte. Ohne Vater aufgewachsen, lebt sie bis zum Erhalt des Stipendiums mit ihrer Mutter in einer schäbigen Wohnsiedlung. Doch das fehlende Geld und das viele Grau ihrer Umgebung ist gar nicht mal Janas Problem. Das Problem ist ihre Mutter – an dieser Stelle will ich gar nicht zu viel verraten, deshalb lass ich das mal so stehen – doch damit nicht genug, denn nach dem Einzug ins Internat kommen die fehlende Akzeptanz ihrer Mitschüler, sowie ein Lehrer, der jedem Drill-Instructor alle Ehre macht und es mit Jana auch nicht gerade gut meint, noch zu ihren üblichen Problemen dazu.
Dass sich Jana dennoch nie unterkriegen lässt und weiterhin für sich selbst und ihren Sport kämpft, fand ich fantastisch. Jana war mir von Anfang an sehr sympathisch und es gab tatsächlich mehr als nur ein oder zwei Szenen, in denen ich gerne ins Buch gekrochen wäre, um das Mädchen in die Arme zu nehmen. Jutta Wilke ist es ausgezeichnet gelungen, Janas Ängste, Sorgen, Hoffnungen und Sehnsüchte zu vermitteln und gleichzeitig saß ich oft mit einem dicken Kloß im Hals da, wenn für Jana mal wieder nichts so lief, wie sie es sich so sehr gewünscht hat.
Wer befürchtet, hier ein Buch über das Thema Leistungssport zu lesen, den kann ich getrost beruhigen: Das Thema wurde geringdosiert in die Geschichte eingeflochten, ist zwar wesentlich für den Verlauf – aber auch all jene, die nichts mit diesem Thema anfangen können, werden mit diesem Buch voll auf ihre Kosten kommen. Im Mittelpunkt steht ganz klar die Aufklärung des Mordes von Melanie, was den spannenden Part abdeckt und der beschwerliche Weg bis zu diesem Aufklärungsziel für Jana. Auch wenn hier gänzlich auf Action verzichtet wurde, schafft es Jutta Wilke, enorm viel Spannung aufzubauen, die ab der zweiten Hälfte des Buches noch einmal ordentlich zulegt und stellenweise für Gänsehaut sorgte. Neben dem erwähnten Crime-Plot bahnt sich noch eine zarte Liebe zwischen Jana und … an, aber auch darüber möchte ich nicht zu viel verraten, nur, dass die Autorin auch hier viel Feingefühl beweist.
Über Jutta Wilkes wunderbaren Schreibstil werde ich mich nicht hier, sondern bei unserer SatzSchätzeChallenge auslassen, denn da gab es Sätze, die mich zum Seufzen gebracht haben, so schön waren die. Dass an vielen Stellen Metaphern verwendet wurden, die etwas mit dem Wasser oder dem Fliegen zutun hatten, fand ich überaus passend und einfach nur wunderschön! Diese Stellen sind markiert und werden euch dann Mitte Februar präsentiert.
Fazit
Ich flog! Mit Jana! Und zwar durch die Seiten, bis die letzte erreicht war und ich notgedrungen das Buch zuklappen musste – das sich mit diesem hübschen Cover übrigens sehr, sehr gut in meinem Regal macht.
Voller Gefühl und mit genau der richtigen Portion an emotionaler Tiefe, präsentiert uns Jutta Wilke mit „Wie ein Flügelschlag“ einen hervorragenden Jugendroman, der mit viel Spannung, unerwarteten Wendungen und einer zarten Liebesgeschichte vollkommen zu überzeugen weiß. Von mir gibt es volle Punktzahl und ein Amazing für dieses gelungene Gesamtpaket! (PH)
































